Zum Inhalt springen

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer

Artikel: Purinarme Ernährung von Hunden

Purinarme Ernährung von Hunden
gastritis

Purinarme Ernährung von Hunden

Ist eine purinarme Ernährung von Hunden nur ein Hype?

Die purinarme Ernährung von Hunden wird immer häufiger empfohlen und diskutiert. Aber was ist dran und wofür soll eine purinarme Ernährung gut sein?

Dieser Frage ist Sabine Dyck, Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen bereits seit einigen Jahren auf der Spur. Fangen wir aber mal ganz von vorne an:

Was sind Purine? Einfach erklärt:

Purine kommen in jeder Zelle von Tieren und Pflanzen vor. Sie sind Bausteine der DNA (Erbgut, das die Informationen für den Aufbau und die Funktion aller Lebewesen enthält). Wenn Zellen absterben, werden Purine freigesetzt. Einfacher gesagt: Purine sind natürliche Stoffe, die in allen lebenden Zellen stecken – besonders in Zellkernen (der "Kontrollraum" der Zelle). Je höher ein Lebewesen entwickelt ist, desto mehr Purine enthält es.

Zwei wichtige Purin-Bausteine heißen Adenin und Guanin. Überschüssige Purine werden vom Körper über den Stoffwechsel (die "Verdauungsfabrik" des Körpers) abgebaut. Studien zeigen, dass bei manchen Hunderassen – wie Dalmatinern – der Purinabbau gestört ist. Dadurch scheiden sie mehr Harnsäure aus, die normalerweise in der Leber zu Allantoin (einem ungiftigen Abbauprodukt) umgewandelt wird (Giesecke & Stangassinger, 1990).


Wo kommen Purine vor?

Purine stecken in fast allen Lebensmitteln, besonders in tierischen Produkten. Es gibt zwei Wege, wie sie in den Hundekörper gelangen:

  1. Körpereigene Purine: Der Körper baut ständig Zellen ab und neu auf. Dabei entstehen Purine, die wiederverwertet werden. Interessant: Parasiten wie Leishmanien (Erreger der Leishmaniose, einer durch Sandmücken übertragenen Krankheit) nutzen Purine als Nahrung. Eine Möglichkeit, wie die Parasiten das so dringend benötigte Hypoxanthin erhalten.
  1. Purine aus der Nahrung: Tierische Lebensmittel (Fleisch, Innereien) enthalten mehr Purine als pflanzliche. Besonders purinreich sind:
    • Innereien (Leber, Niere, Milz, Herz, Lunge)
    • Bindegewebsreiche Produkte (Haut, Sehnen, Euter, Knorpel)
    • Trockenkauartikel (z. B. Rinderohren, getrocknete Fleischstreifen)

Tipp: Getrocknete Lebensmittel (wie Trockenfutter oder Kauartikel) enthalten mehr Purine als frische, weil das Wasser entzogen wurde und die Zellen dadurch konzentrierter sind.


Wichtig bei der purinarmen Ernährung von Hunden: Trockenfutter hat mehr Purin!

Da gerade getrocknete Nahrungsmittel einen höheren Puringehalt aufweisen als die frische Variante. Durch Wasserentzug kommt es zu einer Komprimierung der Zellen und damit einer höheren Konzentration an Zellkernen und Purinen. Deshalb sollte auch bei der Gabe von getrockneten Kauartikeln oder Trockenfutter immer auf die verabreichte Menge geachtet werden.

Für welche Hunde ist eine purinarme Ernährung sinnvoll?

Wer nun aber keinen Leishmaniose–Hund, Dalmatiner oder eine englische Bulldogge besitzt, hat sich bestimmt noch nicht mit diesem Thema auseinander gesetzt. Doch steigt man tiefer in die Materie ein, werden die Vorteile einer purinarmen Ernährung von Hunden deutlich.

Viele Purine befinden sich in Innereien – also in Produkten mit einem hohen Bindegewebsanteil. Diese sind für den Körper schwer zu verdauen und nur zu 10 Prozent wirklich verwertbar. Die Stoffwechselendprodukte, die erst im Dickdarm durch bakterielle Verdauung anfallen, gelangen schließlich über die Leber zur Niere und lassen diese beiden Organe ordentlich arbeiten.

Nicht jeder Hund braucht eine purinarme Ernährung. Aber für manche ist sie besonders empfehlenswert:

  • Hunde mit Leishmaniose (eine durch Sandmücken übertragene Krankheit)
  • Dalmatiner und andere Rassen mit gestörtem Purinstoffwechsel (z. B. Englische Bulldoggen)
  • Hunde mit Leber- oder Nierenproblemen
  • Senioren (ältere Hunde)
  • Hunde mit Magenproblemen, Gastritis oder Bauchspeicheldrüsen-Schwäche (exokrine Pankreasinsuffizienz, kurz EPI)


Purinarme Ernährung von Hunden mit Leber- und Nieren-Erkrankungen

Hunde mit Leber- oder Nierenproblemen können von purinarmer Ernährung profitieren, da diese die Organe schonen kann. Warum? Purine werden über Leber und Niere abgebaut. Bei gestörter Funktion können sich Harnsäure oder andere Abbauprodukte ansammeln und zu Harnsteinen führen. Studien zeigen: Eine erhöhte Purinzufuhr führt zu mehr Harnsäure im Urin – bei kranken Organen kann das zu Steinbildung führen (Giesecke & Stangassinger, 1990). Experten empfehlen daher, bei Harnsteinerkrankungen purinarm zu füttern, was bei der Bildung von Urat- oder Xanthinsteinen (zwei Arten von Harnsteinen) sinnvoll sein kann (Rückert, 2015).


Purinarme Ernährung für Senioren 

Auch unsere Omis und Opis können von purinarmen Futter profitieren, weil sie: Leicht verdaulich ist und die Organe schont. Den Magen-Darm-Trakt entlastet, der im Alter oft langsamer arbeitet.

Studien belegen: Ältere Hunde brauchen eine angepasste Ernährung, die die altersbedingten Stoffwechselveränderungen berücksichtigt. Schwer verdauliche Bestandteile wie Innereien, Knorpel oder Knochen können den Körper zusätzlich belasten. Eine purinarme Ernährung mit hochwertigen, leicht verdaulichen Proteinen kann Leber und Niere schonen und das Wohlbefinden älterer Hunde fördern (Pugliese et al., 2005).



Purinarme Ernährung bei Magenproblemen, Gastritis (Magenentzündung) und Bauchspeicheldrüsen-Schwäche (EPI)

Innereien (Leber, Niere, Pansen) sind schwerer verdaulich als Muskelfleisch, weil sie viel Bindegewebe (zähes Gewebe, das schwer aufgespalten wird) enthalten. Bei Magenschwäche oder Gastritis sollten sie daher nur sparsam oder gar nicht gefüttert werden (PetDoctors, 2024). Hunde mit Magenproblemen brauchen leicht verdauliche Kost – dazu gehören keine Innereien oder Pansen.


Warm und gegart füttern - warum?

Das Kochen und Garen ist sozusagen eine Vorverdauung. Viele Dinge der Natur können unsere Hunde nicht verdauen, wenn diese nicht durch einen voran gestellten Prozess “aufgeschlossen” werden. Bestes Beispiel ist Getreide wie z.B. Reis oder Hirse. Ungekocht absolut unverdaulich – nicht nur für den Hund.

In unserem frischen Hundefutter werden Gemüse und Kohlenhydrate gegart, während Fleisch fein gewolft und roh bleibt, um Vitamine zu erhalten. Für Hunde mit empfindlichem Magen sind gegarte Mahlzeiten oft besser verträglich.


Und hier haben wir mitgedacht:
Die Würste können im Darm unkompliziert im Topf gedünstet werden.

So funktionierts:

  • Wasser im Topf oder Wasserkocher aufkochen
  • Wurst geschlossen hineingeben und Hitzezufuhr abschalten
  • ca. 20 Minuten ziehen lassen
  • herausnehmen und ggf. abkühlen lassen
  • am Besten mit der Schere den Clip abschneiden und die benötigte Futtermenge aus dem Darm drücken
  • Fertig!

Ideal: Das Futter sollte handwarm (etwa Körpertemperatur) sein. Bonus: Unsere Sorten enthalten Kräuter wie Ingwer, Fenchel und Oregano.


Mehr zu unseren purinarmen Komplett-Menüs findet ihr hier.


ACHTUNG! Das ist nicht purinarm!

Purinarm ist gesetzich nicht geregelt! Wir orientieren uns bei der Bezeichnung an empfohlenen statistischen WErten für Hunde mit Leishmaniose, die im Rahmen der tierärztlichen Behandlung begleitend purinarm gefüttert werden sollen. Hir liegt in der gängigen Literatur der Wert bei 20mg/100g.  Eigentlich jedes Fertigfutter, das keine Purinwerte ausweist – also fast alle Leckerlis und die meisten anderen fertigen Hundefutter-Sorten liegen darüber. Es gibt spezielle purinarme Hundenahrung, die die Purinwerte explizit ausweisen. WEnn Dein Hund tierärztlich verordnet purinarmes Futter benötigt, dann achte bitte unbedingt darauf.
Noch eine Falle: Proteinarm (z. B. Nierenfutter) ist nicht gleich purinarm! Beide Begriffe werden oft verwechselt, haben aber unterschiedliche Bedeutungen.

Purinarme Kost einmal pro Woche für alle

Unter Barfern ist der Fastentag relativ weit verbreitet, um den Verdauungsorganen eine Erholung zu gönnen. Das ist aber nicht Jedermanns und -fraus Sache. Viele von uns können den herzzerreißenden Blicken unserer Vierbeiner einfach nicht widerstehen. Aber auch die Dosen- und Trockenfutter-Fraktion sollte ihren Hunden und deren Verdauungsorganen eine Verschnaufpause gönnen. Sabine geht sogar soweit, dass ein purinarmer Tag in jede Hundefütterung gehört – egal ob Deine Hunde krank sind oder nicht. Das tut dem Organismus unserer Fellnasen gut.


Euer Autoren-Team Olivia & Sabine

(Menschliche Redaktion :-))

Die Autoren:

Olivia Bickerle: geprüfte Tierheilpraktikerin seit 2006 und Gründerin von Doggiepack

Sabine Dyck: Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen mit dem Spezialgebiet Leishmaniose www.sabine-dyck.com

📌 Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Problemen deines Hundes wende dich bitte an einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker. Unsere Empfehlungen basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, sind aber keine medizinische Diagnose oder Therapie.

Literatur- und Quellenhinweise

  • Niemand, H.: Praktikum der Hundeklinik, Verlag Enke, 11. Auflage, 2011
  • Enzyklopädie der Heilpflanzen, Neuauflage 1994, Neuer Kaiser Verlag
  • Zentek, J.: Hunde richtig füttern, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, 2012, Eugen Ulmer GmbH & Co.
  • Behling, G.: Frisches Futter für ein langes Hundeleben, 2. Auflage 2012, Kynos Verlag DR. Dieter Fleig GmbH
  • Woschnagg, Exel: Mein Befund, 2. Auflage 2001, Wirtschaftsverlag Ueberreuter
  • Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 258. Auflage, 1997, Verlag de Gruyter
  • Giesecke, D., Stangassinger, M.: Einflüsse purinreicher Ernährung auf die renale (die Niere betreffend) und extrarenale (außerhalb der Niere) Exkretion (Ausscheidung) von Purinkataboliten (Purin-Abbauprodukten) bei Dalmatiner-Hunden. Zeitschrift für Ernährungswissenschaft, 29: 208–218, 1990. DOI: 10.1007/BF02021560
  • Rückert, C.: Harnsteinerkrankungen bei Hund und Katze – Welche diätetischen (die Ernährung betreffenden) Maßnahmen sind sinnvoll? kleintier konkret, 18(06): 10–16, 2015. DOI: 10.1055/s-0041-106517
  • Pugliese, A., Gruppillo, A., Di Pietro, S.: Clinical Nutrition in Gerontology (Ernährung älterer Tiere): Chronic Renal (chronische Nieren-) Disorders of the Dog and Cat. Veterinary Research Communications, 29 (Suppl 2): 57–63, 2005. DOI: 10.1007/s11259-005-0012-6
  • Thieme E-Journals: Exokrine (die äußere Sekretion betreffende) Pankreasinsuffizienz (Bauchspeicheldrüsen-Schwäche) des Hundes: Diagnostik (Untersuchung) und Therapie (Behandlung). kleintier konkret, 2024. DOI: 10.1055/a-2764-0477
  • Roth, N.: Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Hunden: Toleranz- und Wirkungsstudie mit Pankreatin (Albrecht); retrospektive (rückblickende) Untersuchungen zur Prognose (Heilungsaussicht) und Überlebenszeit. Dissertation, Justus-Liebig-Universität Gießen, 2010. URL: https://jlupub.ub.uni-giessen.de/items/e1acd816-a6de-4c26-8329-ec109832939c
  • PetDoctors: Exokrine Pankreasinsuffizienz führt zu Nährstoffmangel. [Online]. 2024. URL: https://www.petdoctors.at/hund/symptome-krankheiten/epi-exokrine-pankreasinsuffizienz-bei-hunden

Internetseiten:

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.

Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

Kostenlose Ratgeber für Hundeeltern

Mehr Artikel

Karotten für Hunde – Warum sie so gut sind
richtige fütterung

Karotten für Hunde - Warum sie so gut sind

Karotten für Hunde: sind sie eigentlich gut für unsere Hunde und wie füttert Ihr sie am besten? Antworten liefern wir Euch heute in unserem Ratgeber Hunde richtig füttern. Karotten haben viele Name...

Weiterlesen
Pansen: Stinkt  - aber trotzdem so toll!
pansen

Pansen: Stinkt - aber trotzdem so toll!

Ihr fragt euch, warum unsere Hunde Pansen so lieben? Ganz einfach: Er ist absoluter Duft in den Hundenasen, total lecker und mega nährstoffreich für Hunde!  Aber was steckt genau drin – und worauf ...

Weiterlesen

Echte Hunde - echte Empfehlungen

Lieblingsfutter 💖

Frau Vela, Mischling, 8 Jahre aus der Nähe von Nürnberg

kraeuter_fleisch_leckerlie_rind_doggiepack

Echte Kunden - echte Empfehlungen

Fleischstreifen Ente
Fleischstreifen Ente Angebot€5,99 (€59,90/kg)
(5.0)
Spare €8,20sparpaket-barf-wuerste-fuer-grosse-hunde
Sparpaket 750g Komplett Barf Menüs Angebot€138,00 Regulärer Preis€146,20 (€9,20/kg)
Skandinavisches Forellen-Öl
Skandinavisches Forellen-Öl Angebotab €17,99 (€17,99/kg)
kraeuter_fleisch_leckerlie_rind_doggiepack
Fleischstreifen Ente
Fleischstreifen Ente Angebot€5,99 (€59,90/kg)
(5.0)
Spare €8,20sparpaket-barf-wuerste-fuer-grosse-hunde
Sparpaket 750g Komplett Barf Menüs Angebot€138,00 Regulärer Preis€146,20 (€9,20/kg)
Skandinavisches Forellen-Öl
Skandinavisches Forellen-Öl Angebotab €17,99 (€17,99/kg)
Produkt anzeigen