
Die wichtigsten Fragen & Antworten
Purinarm Hunde füttern
Eine purinarme Ernährung kann bei bestimmten Erkrankungen oder Stoffwechselbesonderheiten Bestandteil des tierärztlichen Ernährungskonzepts sein.
Hierzu zählen beispielsweise bestimmte Formen der Leishmaniose-Behandlung (je nach Therapie), ein erhöhter Harnsäurespiegel oder genetisch bedingte Störungen des Purinstoffwechsels, wie sie bei einigen Hunderassen vorkommen.
Besonders gute Erfahrung haben wir in der Praxis auch mit der purinarmen Fütterung von Hunden mit Gastritis und auch Senior-Hunden gemacht. Die Entscheidung über die Ernährung bei Erkankungen sollte jedoch stes in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.
Das Wichtigste zum Thema
Purinarmes Hundefutter
Eine purinarme Ernährung kann bei Hunden mit bestimmten Stoffwechselbesonderheiten oder Erkrankungen Bestandteil eines tierärztlich abgestimmten Fütterungskonzepts sein. Ziel ist es, die Aufnahme von Purinen über das Futter zu reduzieren, wenn dies aufgrund der individuellen Situation des Hundes angezeigt ist.
Dazu können beispielsweise gehören:
- genetisch bedingte Störungen des Purinstoffwechsels (z. B. bei Dalmatinern, Istrianischen Bracken, Englische Bulldoggen)
- erhöhte Harnsäurewerte
- Uratsteine
- bestimmte Therapieformen bei Leishmaniose (z. B. unter Behandlung mit Allopurinol)
- Leber- und Nierenerkankungen
- Hundesenioren
- Gastritis beim Hund (chronisch / akut)
- Gicht
- Harnsteine
- Nierensteine
- exokrine Pankreasinsuffizienz
- überhöhte Harnsäure
- Probleme mit der Bauchspeicheldrüse
Purine sind natürliche, stickstoffhaltige Verbindungen, die in allen Körperzellen vorkommen. Sie sind Bestandteil der Erbsubstanz (DNA und RNA) und kommen daher in nahezu allen tierischen und pflanzlichen Zellen vor.
Körpereigene Purine: Der Körper bildet Purine selbst. Außerdem werden beim natürlichen Abbau und der ständigen Erneuerung von Körperzellen Purine freigesetzt und im Stoffwechsel weiterverarbeitet.
Purine aus der Nahrung: Purine werden auch über das Futter aufgenommen. Besonders hohe Mengen enthalten häufig Innereien sowie einige Fleisch- und Fischsorten. Pflanzliche Lebensmittel weisen im Allgemeinen einen geringeren Puringehalt auf, wobei es auch hier Unterschiede zwischen den einzelnen Zutaten gibt.
Bei einer purinarmen Ernährung wird darauf geachtet, die Aufnahme von Purinen über das Futter zu reduzieren. Dazu werden bevorzugt Zutaten mit einem niedrigen Puringehalt ausgewählt und purinreiche Futtermittel möglichst vermieden.
Zu den purinreichen tierischen Zutaten zählen insbesondere Innereien sowie Haut, Bindegewebe, Sehnen, Knorpel, Lunge und Euter. Auch viele Trockenkauartikel können einen vergleichsweise hohen Puringehalt aufweisen.
Pflanzliche Lebensmittel enthalten im Allgemeinen weniger Purine als tierische Zutaten. Allerdings gibt es auch hier Unterschiede, sodass einige pflanzliche Lebensmittel ebenfalls höhere Purinmengen enthalten können.
Für purinarmes Hundefutter gibt es keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Ob ein Futtermittel als purinarm einzustufen ist, hängt daher von seiner Zusammensetzung und dem jeweiligen Einsatzzweck ab.
Bei Hunden, für die eine purinarme Ernährung empfohlen wird, kann es hilfreich sein, auf Angaben zum Purin- oder Harnsäuregehalt zu achten.
Leider geben bislang nur wenige Hersteller den Puringehalt ihrer Futtermittel an. Für Hunde, die auf eine purinarme Ernährung angewiesen sind, können diese Angaben jedoch eine wichtige Orientierung bieten. In solchen Fällen kann eine Nachfrage beim Hersteller sinnvoll sein.
Bei bestimmten Erkrankungen oder Therapieformen – beispielsweise bei einer Behandlung der Leishmaniose mit Allopurinol – kann eine besonders purinarme Ernährung Bestandteil des tierärztlichen Behandlungskonzepts sein. Ziel ist es, die Purinaufnahme zu reduzieren und dadurch das Risiko der Bildung von Uratsteinen zu verringern. Welche Purinmenge im Einzelfall sinnvoll ist, sollte immer tierärztlich festgelegt werden.
Nein. Purine und Proteine sind unterschiedliche Stoffe. Eiweiß (Protein) ist ein lebenswichtiger Nährstoff und sollte auch bei einer purinarmen Ernährung bedarfsgerecht aufgenommen werden.
Ziel einer purinarmen Fütterung ist es nicht, den Proteingehalt zu reduzieren, sondern Lebensmittel mit einem niedrigen Puringehalt auszuwählen. Häufig werden dabei purinarme Eiweißquellen wie Milchprodukte oder gekochtes Ei als Ergänzung eingesetzt. Welche Eiweißquellen geeignet sind, hängt von den individuellen Bedürfnissen des Hundes ab.
Pflanzliche Eiweißquellen können ebenfalls Bestandteil der Ration sein. Da sich ihre Verdaulichkeit und Aminosäurezusammensetzung von tierischen Eiweißquellen unterscheiden können, sollte die Fütterung ausgewogen zusammengestellt werden.
Warum enthält Trockenfutter häufig mehr Purine pro 100 Gramm?
Durch den Wasserentzug beim Trocknen steigt die Konzentration vieler Inhaltsstoffe – dazu gehören auch Purine. Bezogen auf das Gewicht enthält Trockenfutter oder Trockenfleisch daher häufig mehr Purine als die frische Ausgangsware. Bei der Bewertung sollte jedoch immer die tatsächlich gefütterte Menge berücksichtigt werden.
Bei einer purinarmen Ernährung werden bevorzugt Zutaten mit einem niedrigen Puringehalt ausgewählt.
Besonders purinreich sind unter anderem:
- Haut, auch Hautfett (Achtung bei tierischen Ölen)
- Leber, Niere, Milz o.ä.
- Herz
- Pansen, Blättermagen
- Fleischextrakte, Fleischmehl
- Knochen, Knochenmehl
- Fisch mit Haut, Fischmehl
- Soja
- Hefe
- Insekten (hier liegen noch keine belastbaren Studien vor. Erste Untersuchungen haben einen sehr hohen Puringehalt ergeben)
- Fleischanteil auf max 30% inkl Fett reduzieren, da Fleisch den höchsten Purinanteil hat.
- nur hochwertiges Fleisch aus Weidehaltung verwenden, da dieses im Vergleich reicher an Nährstoffen ist (um den reduzierten Fleischanteil auszugleichen)
- benötigtes tierisches Protein durch Milchprodukte und gekochtes Ei ersetzen
- pflanzlichen Kohlehydratanteil erhöhen (auf leichte Verdaulichkeit achten!)
- frisches Obst & Gemüse, möglichst unbehandelt und nicht durch Pestizide belastet
- Kalziumzufuhr durch Eierschalenpulver oder Calciumcitrat
- Kräuter
Hinweis: Wird eine purinarme Ration selbst zusammengestellt, sollte sie gemeinsam mit einem Tierarzt oder einer auf Tierernährung spezialisierten Fachperson geplant werden, um eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Ein Hundefutter gilt als purinarm, wenn es überwiegend aus Zutaten mit einem niedrigen Puringehalt besteht. Da es hierfür keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte gibt, lohnt sich ein Blick auf die Zusammensetzung des Futters oder – sofern verfügbar – auf die Angaben zum Puringehalt.
In der Praxis werden bei Hunden, die eine besonders purinarme Ernährung benötigen (z. B. unter einer Allopurinol-Therapie), teilweise Puringehalte von etwa 20 mg pro 100 g Frischfutter als Orientierung herangezogen. Einen allgemein gültigen Grenzwert gibt es jedoch nicht.
Bei einer purinarmen Fütterung werden häufig Zutaten wie Milchprodukte, Ei, Kartoffeln oder Reis bevorzugt, während purinreiche Bestandteile wie viele Innereien, Fleischmehle oder Fischmehle möglichst reduziert werden.
Auch bei Leckerlis und Kauartikeln sollte auf die Zusammensetzung geachtet werden. Viele Kauartikel bestehen überwiegend aus Haut, Innereien oder anderen tierischen Nebenprodukten und können daher einen vergleichsweise hohen Puringehalt aufweisen. Alternativ können beispielsweise Käsekauartikel oder andere purinarme Snacks – je nach individueller Verträglichkeit – eine geeignete Ergänzung sein.
Ergänzungen bei purinarmer Fütterung
Ergänzungsfuttermittel können – je nach individueller Fütterung und tierärztlicher Empfehlung – Bestandteil einer purinarmen Ernährung sein. Entscheidend ist jedoch die Zusammensetzung des Produkts.
Achten Sie auf eine vollständige und transparente Deklaration der Zutaten, damit sich der Puringehalt der enthaltenen Rohstoffe besser einschätzen lässt. Enthält ein Ergänzungsfuttermittel beispielsweise purinreiche Zutaten wie Innereien, Fleischmehle oder Hefen, sollte dies bei der Rationsplanung berücksichtigt werden.
Ist die Zusammensetzung nicht eindeutig angegeben, kann es sinnvoll sein, beim Hersteller nachzufragen oder ein Produkt mit einer transparenten Deklaration zu wählen.
- transparente und vollständige Zutatenliste
- möglichst keine purinreichen Zutaten wie Fleischmehle, Fleischextrakte, Knochenmehle oder Hefe
- Tierische Öle und Fette genau prüfen: Enthält ein Produkt tierische Gewebe- oder Proteinbestandteile, kann sich der Puringehalt erhöhen.
- Zusammensetzung und Deklaration sorgfältig prüfen
- bei Unsicherheiten den Hersteller nach dem Puringehalt fragen



